03.02.2011

CO2-Fußabdrücke werden kleiner

Green TJS at Arlanda Airport
Green TJS at Arlanda Airport

Schmidt, Volvo und Swedavia läuten die Zukunft ein

Der Flugverkehr steht unter verschärfter Beobachtung. Immerhin ist er für rund drei Prozent aller CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Es sind nicht nur die Flüge selbst, die in diese Berechnung einfließen, sondern auch die gesamte Infrastruktur des Luftverkehrs. Dazu gehören etwa das Handling am Boden, die Wartung und Instandhaltung von Immobilien, des Vorfelds sowie der Start- und Landebahnen. Auch der Winterdienst trägt seinen Teil zu dieser Bilanz bei.

„Die Flughafenbetreiber sind froh über jede Verringerung des CO2-Ausstoßes", sagt René Wender, Produktmanager bei Schmidt. Wender weiß, dass immer mehr Flughäfen auf der Suche nach Lösungen sind, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern. „Es geht im Wesentlichen um zwei Punkte: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit." Denn die Schadstoffbilanz gibt auch Auskunft darüber, wie effizient ein Unternehmen arbeitet. Sie erlaubt Rückschlüsse auf den Energie- und Ressourcenverbrauch. Zudem gibt es politischen Druck. „Die Klimadebatte macht auch vor Flughäfen und ihren Betreibern nicht halt ", sagt Wender.

Die Green TJS 560 C von Schmidt ist ausgestattet mit Volvo-Motoren und die erste CO2-neutrale Räumkehrblasmaschine, die für Flughäfen und ihre hohen Standards konzipiert wurde. Seit Anfang Dezember 2010 ist sie im Dienst von Swedavia, der Betreiberin des Stockholmer Flughafens Arlanda und des Flughafens in Kiruna. Dort, im Norden Schwedens, wird die Maschine erste Tests durchlaufen. Die Green TJS 560 C werde Swedavia dabei unterstützen, einen ehrgeizigen Plan umzusetzen: „Wir wollen ein internationales Drehkreuz nahezu CO2-neutral betreiben", erläutert Bertil Ekhaga, Senior Manager Maschinenpark bei Swedavia. Er ist sich sicher: Mit der neuen Maschine werde Swedavia nicht nur klimafreundlicher arbeiten, sondern auch die Treibstoffkosten verringern können.

Ihre Kraft erhält die Green TJS 560 C von Volvo-Motoren, die mit einem Mix aus Biogas und Biodiesel angetrieben werden. Der Einbau des klimafreundlichen Motors stellte kein Problem dar. Die Herausforderung für die Schmidt-Ingenieure bestand darin, die zusätzlich notwendigen Tanks in der Maschine unterzubringen, ohne dadurch die Leistungsparameter zu verändern. René Wender: „CO2-neutrales Arbeiten heißt nicht, weniger Qualität oder Rückschritt. Flughäfen, Fluglinien und Passagiere verlassen sich auf unsere Technik. Qualität ist das wichtigste Kriterium." Daher ändert sich für Flughafenbetreiber mit dem Einsatz der Green TJS 560 C nichts. Sie haben eine bewährte Räumkehrblasmaschine von Schmidt, die von Volvo-Motoren angetrieben wird. Auf einer Breite von 4,75 Meter räumt sie Schnee – effizient und wirtschaftlich. Ihre Leistungsdaten sind analog zu den TJS, die mit regulären Volvo-Motoren ausgestattet sind. Vorn am Triebkopf befindet sich ein spezieller Flughafenschneepflug vom Typ MS 72.1. Eine hydraulische angetriebene Kehreinheit löst selbst hartnäckige Schnee- und Eisreste vom Boden, die dann vom Gebläse mit einem bis zu 145 Meter pro Sekunde schnellen Luftstrahl beseitigt werden. Für den Transport lässt sich die Kehreinheiteinschwenken, so dass auch normal breite Durchfahrten passiert werden können.

Mit einer Tankfüllung arbeitet die Green TJS 560 C sechs Stunden ununterbrochen. Sie ist robust und für schwierige Wetterverhältnisse ausgelegt. Daher ist sie auch für lange Einsatzintervalle geeignet. Je nach Schneehöhe, -menge und den äußeren Bedingungen ist eine Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h realistisch.

Holger Stehling, Geschäftsleitungsmitglied der Aebi Schmidt Gruppe führt aus: „Die Green TJS 560 C vereint erstmals Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Winterdienst auf der Luftseite von Flughäfen." Als international aktiver Hersteller sei sich Schmidt seiner Verantwortung bewusst. „Wir sind Partner unserer Kunden. Unser Ziel ist es, ihnen bei der Erreichung ihrer Ziele zu helfen, sie darin zu unterstützen, das beste Ergebnis zu erzielen. Und der Klimawandel ist nun einmal das Thema der Zeit." Daher sei es wichtig Expertise zu bündeln, zu kooperieren. „Verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit – wie sie zwischen Schmidt und Volvo gelebt wird – ist ein Weg, um selbst ehrgeizige Ziele zu erreichen."

Die Räumkehrblasmaschinen vom Typ TJS sind dafür entwickelt worden, sämtliche Bereiche der Luftseite – von den Start- und Landebahnen bis hin zu den Rollwegen, dem Vorfeld und den Versorgungsstraßen – schnell, sicher und effektiv zu räumen. Diese Anforderungen erfüllt auch die Green TJS 560 C, dem Gemeinschaftswerk aus Schweden und Deutschland.

Der internationale Flughafen Arlanda liegt cirka 45 Kilometer nördlich von Stockholm. Er verfügt über drei Start- und Landebahnen und ist ein wichtiges Drehkreuz für den Flugverkehr auf der Nordhalbkugel. Von den 16,1 Millionen Passagieren, die dort 2009 gezählt wurden, waren 75 Prozent auf internationale Verbindungen gebucht.