05.09.2011

Das optimale Equipment und die richtige Einstellung

Schmidt TJS auf dem Flughafen Stockholm-Arlanda
Schmidt TJS auf dem Flughafen Stockholm-Arlanda

Ein Vorbild: Der internationale Flughafen von Stockholm kennt im Winter keine Probleme.

„Wir sind einfach gut vorbereitet“, sagt Jan Lindqvist, Sprecher des Flughafenbetreibers Swedavia. Das Unternehmen ist unter anderem verantwortlich für den Airport Arlanda, den internationalen Flughafen von Stockholm. Mit einem Satz fasst Lindqvist alles zusammen, was der größte Flughafen Schwedens unternimmt, um trotz widriger Bedingungen den Flugverkehr aufrechtzuerhalten. Unterstützt wird Swedavia auch von Schmidt – mit Maschinen und Know How.

Das Gesamtpaket, das Swedavia für Arlanda geschnürt hat, scheint stimmig. Lindqvist: „Es kann auch bei uns aufgrund starker Schneefälle zu Verzögerungen kommen, aber Arlanda schließt deswegen nicht.“ Zu den 35 festangestellten Mitarbeitern, die sich um die Freiflächen kümmern, kommen im Winter weitere 65 Kräfte hinzu, so dass der Winterdienst allein für die Schneeräumung auf 100 Personen zurückgreifen kann, informiert er. Dieser operative Bereich, zu dessen Maschinenpark unter anderem 21 Hochleistungsschneeräummaschinen vom Typ TJS-C 560 von Schmidt zählen, wird flankiert von einer eingespielten Verwaltungsebene.

Wenn schwere Schneefälle erwartet werden, wird der „Arlanda Snow Council“ einberufen. Das ist eine Art Schneerat oder taktisches Forum, in dem Vertreter des eigenen Winterdiensts, des Flughafenbetreibers, des Wetterdiensts, der Fluglinien, der Ground Handler und der schwedischen Luftfahrtbehörde ANS zusammenarbeiten. Dort werden die operativen Maßnahmen besprochen und bestimmt, so Lindqvist.

Die verschiedenen Teams erhalten spezielle Routen zugeteilt, die sie in regelmäßigen Abständen – alle 35 bis 40 Minuten – räumen. Angewiesen werden sie via Funk vom Tower aus, erläutert Lindqvist. Jedes Räumkommando besteht aus zehn Räumkehrblasmaschinen, einer Schneeschleuder sowie, wenn Bedarf da ist, einem zusätzlichen Sprayer für die Glättebekämpfung. Swedavia greift dabei unter anderem auf spezielle Airportflüssigkeitssprayer Typ ACE, Schneefrässchleudern Typ SUPRA 5001 und Kompaktkehrblasgeräte Typ TJS-C 560 von Schmidt zurück. Ausgestattet mit einem speziellen Flughafen-Schneepflug, einer Kehrwalze und einem Gebläseaggregat sorgt die Hochleistungsmaschine für eine schneefreie Oberfläche auf einer Räumbreite von bis zu 4,75 Meter in drei Schritten: Erst räumt sie den Schnee zur Seite, dann löst und kehrt die Walze Schnee- sowie Eisreste, und zuletzt bläst ein Luftstrom über die gesamte Kehrbreite verbleibende Reste oder auch Flüssigkeiten mit Hochdruck seitlich weg.

Um eine der drei 45 Meter breiten Start- und Landebahnen – zwei sind 2500 Meter, eine 3300 Meter lang – zu räumen, braucht ein Team zwischen sechs und zehn Minuten. Anschließend ermittelt ein speziell ausgestatteter Frictiontester die Griffigkeit der Oberfläche. Dieser Wert wird vom Tower den erwarteten Jets mitgeteilt. Lindqvist: „Und dann ist es jeder einzelne Pilot, der entscheidet, ob dieser Wert für eine Landung ausreicht.“

Thomas Pollul, bei Schmidt zuständig für den Produktbereich Airport: „Man merkt den Kollegen in Skandinavien an, dass ihre Beziehung zu Schnee und Glätte eine andere ist als in verschiedenen Teilen von Mitteleuropa.“ Es sei ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens und kein Phänomen, das nur an wenigen Tagen oder Wochen zwischen November und März auftritt. Dass einige Airports wegen der Schneefälle hätten schließen müssen und etliche Flüge ausgefallen seien, liege an den völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Aus diesem Grund ist der Vergleich verschiedener Airports bezüglich ihrer Winterbereitschaft fachlich äußerst schwierig. London-Heathrow, Stockholm-Arlanda und Leipzig/Halle oder auch andere Flughäfen haben unterschiedliche geographische Verhältnisse und vor allem unterschiedliche Rahmenbedingungen. Das weiß auch Lindqvist: „Verglichen mit Frankfurt ist Arlanda kleiner.“ Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Vergangenes Jahr zählte man in Stockholm 17 Millionen Passagiere, in Frankfurt waren es 53 Millionen, in Heathrow mehr als 65 Millionen.

Allerdings hat der vergangenen Winter bewiesen, dass es überall Optimierungspotenzial gibt. „Es gibt verstärkte Anfragen nach unseren Lösungen“, sagt Pollul. „Denn Schmidt ist Partner der Flughäfen.“ Der Key Account Manager weiter: „Wir sehen uns nicht nur als Lieferant von Maschinen, die genau auf den Bedarf ziviler oder militärisch genutzter Flughäfen abgestimmt sind, sondern auch als Wegbegleiter, als Ideenlieferant.“ Dazu zählen individuell ausgearbeitete Vorschläge, mit denen der Winterdienst gezielt verbessert werden kann: „Das betrifft die Einstellungen und Möglichkeiten, die unsere Maschinen bieten. Außerdem die Logistik hinsichtlich Schneeräumung und effektiver Glättebekämpfung bis hin zu gesamten Räumkonzepten unter Berücksichtigung von zeitlichen Vorgaben zur Räumung von Landebahnen beziehungsweise des gesamten Flughafenareals  – sowohl unter ökonomischen, sicherheitsrelevanten als auch ökologischen Gesichtspunkten.“

Letzteres spielt eine immer wichtigere Rolle: Swedavia hat sich vorgenommen, den Flughafen Arlanda so weit wie möglich CO2-neutral zu betreiben. Auch hier unterstützt Schmidt, erläutert Pollul: „Wir haben im vergangenen Jahr gemeinsam mit Volvo eine TJS-C 560 entwickelt und gebaut, die aufgrund ihres Gasantriebs genau ins Zukunftskonzept von Swedavia passt und ihnen hilft, das ehrgeizige Ziel etwas einfacher zu erreichen.“